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Wintermund und der Stille Graben . . .

 

. . .  sollte eigentlich „nur“ eine philosophisch heitere Liebesgeschichte mit Happy End über zwei ältere Herren werden. Und Wintermund heißen. Das Buch war fast fertig, als die Coronajahre kamen. Mir wurde schnell klar, dass die Verlautbarungen und die Maßnahmen der Regierung nicht nur unsinnig, sondern auch unter Umgehung des Grundgesetzes gefährlich und menschenfeindlich waren. Meinen ursprünglichen Plan fand ich angesichts der Ereignisse zu banal, sodass ich mich dazu entschloss, den Roman zeitgeschichtlich umzuschreiben.

Wintermund erhielt den Zusatz der Stille Graben.

Ich heiße Richard W. Barthelme, bin verheiratet und lebe in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein. Ich liebe die Ruhe und die Vertrautheit des Landlebens sowie die Nähe von Kleinstädten mit deren kulturellen und kulinarischen Angeboten. Schon als junger Mann habe ich Kurzgeschichten und Liedtexte geschrieben, bevor ich eine Ausbildung zum Redakteur machte. Über 30 Jahre war ich dann an einer Tageszeitung mit den Schwerpunkten Reportagen, Kolumnen und Lokalpolitik beschäftigt. Meine Hobbys: Malerei und Fotografie (siehe Bilder unten) sowie Musik (Gesang, Gitarre).

 

Über das Buch

Nach über fünf Jahren mühevoller Recherchen und Schreibarbeit konnte ich meinen Roman im Dezember 2024 endlich veröffentlichen. Es ist ein humorvoller, poetischer Liebesroman mit zeitgeschichtlichem, kritischen Hintergrund in der Coronakrise. Er wendet sich gegen die gefährlich realitätsferne Politik der selbsternannten Demokratieretter, ist garniert mit zauberhaften Nebengeschichten, ein bisschen Action… und er soll Hoffnung machen, dass die verheerende Politik der Merkel-Ära beendet werden kann. Natürlich habe ich keinen Verlag für meinen Roman gefunden, sodass ich ihn als Print-on-demand über Amazon als klassisches und elektronisches Buch (13,98 und 9,99 Euro) anbiete.
Tolino media, die Selfpublishing-Plattform des deutschsprachigen Buchhandels, hat eine Veröffentlichung mit Hinweis auf deren AGB abgelehnt. Wahrscheinlich haben sie meinen regierungskritischen Klappentext gelesen, das reicht heutzutage ja schon für frühmorgendliche Hausdurchsuchungen. Eine Begründung für die Ablehnung habe ich trotz Nachfrage jedenfalls nicht bekommen.

Wenn ihr Lust habt, schaut und hört doch mal rein: Nachfolgend findet ihr sechs Kapitel des Romans zum Lesen und Hören sowie drei kurze Videos…

Kapitel 14 Löwstein

Tod eines jungen Romantikers

Hallo, mein alter Freund aus Jugendtagen, der Dezember entfaltete sich in all seiner trostlosen Beständigkeit zur vollen Größe, als ich das Gebäude des Landesarchivs Schleswig-Holstein in Schleswig betrat, in dem sich der größte Teil der Glücksburger Akten inzwischen befand. Ich war durch den quer treibenden Regen trotz eines großen Schirms ziemlich nass geworden, schüttelte mich in dem Gebäude ein paarmal und sah aus dem Fenster, wie die Menschen missmutig mit gesenktem Haupt ihrer Wege gingen. Als wenn sich alles gegeneinander verschworen hätte: Norddeutschland hatte eine miese 11-Grad-Nässelaune und die unschuldigen, im Sommer so herbeigesehnten Regentropfen waren ungehalten, weil die Leute ihretwegen so schlecht drauf waren. Und das Ganze schaukelte sich durch einen stets übellaunigen Westwind in ungeahnte Tiefen, die in die letzten Fasern der auf Schneefreude eingestellten Klamotten drangen.

Die Vorstellung von schlecht gelaunten Regentropfen, die mir bewusst ins Gesicht klatschen, sorgte für einen Anflug von Heiterkeit, und ich ging auf die Suche nach einem Kaffee. Denn bis zu meinem Termin bei der am Telefon sehr freundlichen Sachbearbeiterin war eine gute halbe Stunde. Ich hatte Frau Busch vor ein paar Tagen angerufen und ihr mein Anliegen vorgetragen, was auf fruchtbaren Boden gefallen war. Sie schien von meinen Nachforschungen bezüglich dieser tragischen Geschichte durchaus angetan, bei einem männlichen Kollegen hätte ich vermutlich nicht so viel Begeisterung ausgelöst (man möge mir dieses Vorurteil nachsehen). Insgeheim hoffte ich, dass sie schon einen großen Teil der Arbeit erledigt hatte. Und während ich auf der Suche nach einem Kaffeeautomaten beziehungsweise einer Cafeteria war, sah ich mich im Geiste schon vor den von ihr sorgfältig vorsortierten Akten sitzen. Mit einem Kaffee und zufriedener Miene auf den Spuren des 1826 verstorbenen Schreibers Carl Ferdinand.

Ich musste zur Abteilung 108: Ämter Plön und Ahrensbök. Frau Busch wartete schon auf mich. Sie entpuppte sich als junge Frau mit einer Art blassen Schönheit, die ihre Reize in eine äußerst konservative Schale mit Blazer, Bundfaltenhose und zugeknöpfter Bluse versteckte. Ab hier wird es langweilig, und ich möchte dich nicht mit den Einzelheiten meiner weiteren Recherche ermüden. Nur soviel: Ich arbeitete mich mehrere Tage im Glücksburger Archiv durch endlos erscheinende Akten in einer ermüdend umständlichen Sprache und wollte schon aufgeben, als ich auf einen schönen und aufwühlenden Brief stieß, den Carl Ferdinand kurz vor seinem Tod geschrieben haben musste. Es war nicht zu klären, wie dieser persönliche Brief in einer der Akten landen konnte, aber egal, er war letztlich der Schlüssel zu der Geschichte. Ich gebe ihn dir in einer freien Übersetzung ins heutige Deutsch wider.

Mein geliebtes Wesen, wie sehr ich mich nach dir sehne. Was hat Gott nur mit uns vor, dass er uns so schwere Prüfungen auferlegt? Warum dürfen wir uns nicht treffen, wo wir doch reinen Herzens sind und nur danach streben, wozu Gott die Menschen auserwählt hat: die Liebe. Hier in meinem Zimmer ist es düster. Nach einem ermüdend grauen Dezembertag in der Blixdorfer Verwaltung habe ich mich sofort zurückgezogen, um an dich zu schreiben. Das Papier gibt mir Halt, es ist eine Heimat für meine Gedanken. Hätte ich es nicht, müsste ich alles mit mir herumtragen, und würde schier zerplatzen ob der Macht meiner Gefühle.

So aber bin ich beruhigt, weil ich weiß, dass meine Worte in ein paar Tagen bei dir sein werden. Dann sind wir schon zu dritt, das Papier, du und ich. Ist es nicht ein Segen, dass ich für einen Silbergroschen meine Gefühle zu dir tragen kann, ohne mich auf den beschwerlichen Weg machen zu müssen? Zum Glück ist die Verbindung zwischen Blixdorf und Plön schon so gut ausgebaut, dass die Ankunft von Passagieren und Fracht mit der Postkutsche eine recht sichere Angelegenheit ist. Vorbei sind die schlimmen Zeiten, als Achsbrüche und im Schlamm versunkene Kutschen an der Tagesordnung waren. Insofern bin ich guter Hoffnung, dass sich alles richten wird ... nach unserem Sinne.

Draußen will sich eine christliche Stimmung nicht einstellen. Die Sonne versteckt sich irgendwo hinter einer tiefdunklen Wand aus Wolken. Manchmal habe ich den Eindruck, dass sie sich nicht traut, das ganze Elend hier zu beleuchten, weil sie sich die Stimmung auf das bevorstehende Christfest nicht verderben lassen will. Ich möchte dein Gemüt nicht unnötig mit diesen Dingen belasten, aber du weißt ja, es ist ein hartes und karges Leben hier auf dem Gut. Die Menschen arbeiten schwer für einen schmalen Lohn und können froh sein, wenn sie trotz der vielen Müh für sich und ihre Kinderschar genug zu essen bekommen. Und von all den köstlichen Sachen wie Lebkuchen, Braten und Wein, die sich der Inspektor und seine Gefolgsleute gönnen, kann das einfache Volk nur träumen.

Der Regen ist Dauergast in Blixdorf und verhöhnt uns mit seiner scheinbar ewigen Instrumentierung der Trostlosigkeit, deren Orchester aus riesigen Pfützen, Holzhütten, Blechdächern und Fensterscheiben besteht. Der Wind versucht sich hier als Kapellmeister und lässt die einzelnen Trübsale in unterschiedlicher Lautstärke an meine Ohren dringen. Zum Glück aber kommen sie dort nicht allzu weit, weil ich nur an dich zu denken brauche, und das dunkle Orchester der Trübsale verwandelt sich in einen mächtigen Chor der Lebensfreude. Millionen von Regentropfen an meinem Fenster vermögen nichts gegen einen einzigen Gedanken an dich auszurichten, sie schaffen es trotz einer unfassbaren Beharrlichkeit nicht, mir die Freude auf unser Wiedersehen zu nehmen.

Bleibt es beim 2. Weihnachtsfeiertag, wenn deine Familie nach Lübeck aufbricht und du wegen einer weiblichen Unpässlichkeit das Bett hüten musst? Es ist immer besser, du nimmst dir eine frauliche Bettlägerigkeit, da wird dein gestrenger Herr Vater sich nicht trauen, genauer nachzufragen.

Hier ist alles bereitet. Ich werde schon morgen zu meiner Familie in Kiel aufbrechen und diese am frühen Morgen des 26. Dezember verlassen. Ich mache mir zwar einige Sorgen über Blixdorf, weil es immer ersichtlicher ist, dass der Inspektor und einige seiner Vertrauten eine nicht unerhebliche Summe an Geld dem Grafen unterschlagen, aber ich will mich damit vorerst nicht befassen. Das neue Jahr wird mir dann schon weisen, was zu tun sein wird. Jetzt lebe ich nur für den Gedanken an dich, mein geliebtes Wesen, und jede Faser meiner Seele sehnt sich nach deinem Blick und der Wärme deines Herzens, die alles überstrahlt, was es an Schlechtigkeit auf dieser Welt zu geben scheint. Es ist spät geworden und das Flackern der Tranlampe tut ein übriges, um mich zu ermahnen, mit den Kräften sorgsam umzugehen. Ich werde mich jetzt voller Müdigkeit und Sehnsucht in das Bett begeben. Wenn dich diese Zeilen erreichen, mein geliebtes Wesen, dann sind es nur wenige Tage bis zu unserem Wiedersehen.

So begleiten dich all meine besten Wünsche… in liebender Vorfreude ... Carl-Ferdinand.

Ich war sehr berührt von dem Brief, dessen bildreiche Sprache ich dem mutigen Schreiberling nicht zugetraut hätte. Um so mehr freute ich mich auf das Treffen mit der zauberhaften Diakonin, schließlich konnte ich voller Stolz über die Ergebnisse meiner Nachforschungen in Glückstadt berichten. Ich las Frau Geerdts den Brief von Carl-Ferdinand vor, danach musste sie sich ein paar Tränen aus den Augen wischen. „Was für ein wunderschöner Brief und wie traurig, dass es für die beiden nicht zu einem glücklichen Ende gefunden hat“, meinte sie sichtlich gerührt. Und nach einer kleinen Pause: „Da sieht man mal wieder, wie die Habgier zu allen Zeiten ein Feind der Liebe war“. Ich berichtete ihr dann von den Verhältnissen in dieser Zeit. So geht aus den Akten hervor, dass der damalige Verwalter auf Gut Blixdorf Geld unterschlagen hatte, wobei er einige Mitwisser in seinem näheren Umfeld für ihr Schweigen bezahlte. Carl-Ferdinand hingegen war nicht bestechlich und hatte als Schreiber einen Überblick über die Vorgänge auf dem Hof. Es existiert sogar ein Brief, in dem er den Gutsbesitzer, dem Grafen von Westfalen, auf die Unregelmäßigkeiten in Blixdorf aufmerksam machte.

Doch statt den Vorwürfen nachzugehen, informierte der Graf seinen Verwalter, der wiederum über die Absichten seines Schreibers im Bilde war. Und besiegelte damit vermutlich ungewollt das Schicksal des jungen Mannes, der zur Zielscheibe des Verwalters geworden war. Als Carl-Ferdinand kurz vor Weihnachten 1826 tot an einem See geborgen wurde, ging man von einem Unfall aus. Alle beteiligten Behörden sowie der Leichenbeschauer machten sich keine Mühen, die näheren Todesumstände genauer zu prüfen und so wurde Carl-Ferdinand noch im selben Jahr begraben.

Aus den alten Schriftstücken geht aber deutlich hervor, dass es mehrere Indizien für einen gewaltsamen Tod gab, unter anderem deutliche Spuren von Schlägen auf den Hinterkopf. Das ergab auch die Befragung der beiden Knechte, die den Schreiber gefunden hatten. In der offiziellen Akte tauchten diese Aussagen nicht auf, was bei einer späteren Verhandlung auf Intervention von Carl Ferdinands Vater zu Tage kam. Deshalb waren die Akten dieses Falles in Glücksstadt gelandet, weil man den Plöner Behörden nicht mehr traute. Später wurden sogar Bürgermeister und Amtsarzt ihrer Ämter enthoben.

Man kann also davon ausgehen, dass es Maria war, die aus lauter Verzweiflung diese Botschaft in die Kirchenbank ritzte. Sie hatte Weihnachten vergeblich in Plön auf ihren heimlichen Geliebten gewartet, und die Nachricht seines Todes muss ein fürchterlicher Schock für sie gewesen sein. Falls sie seinen Brief erhalten hat, dürfte ihr klar geworden sein, dass Carl-Ferdinand nicht durch einen Unfall ums Leben gekommen ist. Allein die Tatsache, dass der junge Mann um die Weihnachtszeit bei stürmisch regnerischem Wetter am See spazieren gegangen sein sollte, erscheint mehr als fragwürdig.

Frau Geerdts und ich waren uns einig darüber, dass mit diesen Recherchen die Hintergründe für die Botschaft in der Kirchenbank geklärt waren und sie versprach, diese spannende Geschichte in einem der nächsten Kirchenblätter zu veröffentlichen. Meine sicherlich nicht ernst gemeinte Idee, in einer Kirche nach dem Motto „minus mal minus gleich plus“ eine Traurigkeit umwandeln zu lassen, wurde wider Erwarten Wirklichkeit. Durch die Beschäftigung mit der Geschichte des Schreibers Carl-Ferdinand, die Recherchen in den Archiven und natürlich die Begegnung mit den Menschen verflogen die Schatten auf meiner Seele wie im Fluge.

Ich bin mir nicht sicher, ob diese Methode in die Lehrbücher der praktischen Psychologie aufgenommen werden sollte, aber als Tipp unter Freunden dürfte sie durchaus einen gewissen Wert haben. In diesem Sinne empfehle ich bei Anflügen von Traurigkeit den Besuch einer Kirche. Wer weiß, wer einem dort alles so begegnet. Vielleicht ist ja auch ein Gott dabei.

Und hier ist die Kirchengeschichte zu Ende: Gehab dich wohl ... ... dein Alexander

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Kapitel 15 Reichardt

Brief an die Fantasie

„Ein Neuanfang nach einer großen Depression, das könnte auf uns beide zutreffen, oder?“ Jan-Josef Reichardt schaute seine Hündin mit dem gestromten Fell an. „Deswegen taufe ich dich hiermit offiziell auf den Namen Phönix“, erklärte er dem Tier, das seinen Worten aufmerksam lauschte. Extra zur „Taufe“ hatte er ein großes Stück Rinderpansen besorgt, über das sich Phönix sofort hermachte. „Damit ist es besiegelt“, schmunzelte Reichardt, und betonte mit festlicher Stimme: „Nach alter Väter Sitte hast du mit dem Pansen-Verzehr deinen neuen Namen angenommen. Er möge dir in guten wie in schlechten Zeiten als leuchtender Stern der Wahrheit dienen“. Er räusperte sich, während die Hündin genüsslich weiter kaute: „Oder so ähnlich.“

Reichardt wurde wieder ernst, als er auf seinen Bildschirm starrte. Über ein Jahr war inzwischen vergangen, in dem er zufrieden auf die Umbauarbeiten an seinem Haus zurückblicken konnte. In dem örtlichen Anzeigenblatt war er auf einen „Allrounder“ gestoßen, der von Fliesenarbeiten über Mauern und Sanitärinstallationen eine breite Palette an Fähigkeiten bot. Und der, höchst offiziell mit Rechnung und Mehrwertsteuer, bei größeren Arbeiten auf andere Gewerke zurückgreifen konnte, sodass sämtliche Aufgaben in einer Hand waren. Die Materialien hatte er in Absprache mit Herrn Waghand überwiegend selbst besorgt, somit hielten sich die Kosten in Grenzen. Bisher hatte er rund 40.000 Euro für die neue Küche, den Durchbruch zum Esszimmer und den Umbau des maroden Kachelofens zu einer kuscheligen Kaminofen-Ecke ausgegeben. Besonders erfreulich: In den entfernten Wänden waren alte Balken versteckt, die aufbereitet wurden und den Räumen jetzt einen rustikal-gemütlichen Stil verpassten. Nicht so erfreut war er aber über die Entwicklung in Deutschland. Niemals hätte er sich vorstellen können, dass seine so heißgeliebte Demokratie mit seinem Verständnis von multikulturellem Zusammenleben so derart ins Straucheln geraten könnte. Diese Corona-Hysterie, die von Politik, Medien und wie Pilze aus dem Boden schießenden „Experten“ mit völlig logik- und evidenzbefreiten Wissenschaftstheorien geschürt wurde, hatte aus friedlichen, intelligenten Bürgern eine wabernde Masse aus Schreihälsen gemacht, die nur zu gerne das Feindbild der asozialen, gefährlichen und rechtsnationalen Ungeimpften angenommen hatte. Er hatte ihn kennengelernt, diesen blindwütigen Hass auf Andersdenkende.

Bei einem der vielen Montagsspaziergänge, an denen er mit Nachbarn und Freunden aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten teilnahm, waren selbsternannte Gutbürger mit Plakaten und Trillerpfeifen zum „Protest gegen Nazis“ angetreten. Sie waren zu keinem Gespräch bereit. Eine ältere Dame, die mit einem der Anführer ins Gespräch kommen wollte, wurde gnadenlos mit einer schrillen Pfeife mundtot gemacht, sodass sie ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte und resigniert in der Menge der Spaziergänger verschwand. Was geht in den Köpfen von Menschen vor, die eine bunte Ansammlung von Frauen, Männern und Jugendlichen als Nazi bezeichnen, weil sie sich nicht impfen lassen wollen und auf ihr Selbstbestimmungsrecht pochen? Wie verblendet muss man sein, um junge und alte Menschen mit 90 Lichterketten um den Hals als Nazi Verschwörungstheoretiker oder Aluhut-Schwurbler zu beschimpfen?

Reichardt konnte es nicht verstehen, aber eine Parallele zur Nazizeit drängte sich natürlich auf. Dieses Mal waren es nicht die Juden, sondern Sozialschädlinge und rücksichtslose Egoisten, die im Gewand des Normalbürgers durch die Straßen wandelten und damit umso gefährlicher für die geimpften Gutmenschen waren. Und die Presse, von Rundfunk über Fernsehen bis hin zu Zeitungen und Zeitschriften überboten sich zeitweise in den Hasspredigten gegen Ungeimpfte ... wie die Medien zur Nazizeit hatten sie jede Form von demokratischem Journalismus aufgegeben und nur noch gebetsmühlenartig und kritiklos die simple Regierungspropaganda heruntergeleiert.

Wobei er sich immer fragte, warum intelligente, gebildete Menschen auch aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis völlig unkritisch die verheerenden Coronamaßnahmen angenommen und sich das genmanipulierte Zeugs haben spritzen lassen? Und andererseits Menschen aus seinem Umfeld dem Pandemiekonstrukt von Anfang an kritisch gegenüberstanden und sich mit den Fakten befasst haben. Und zu dem Schluss gekommen sind, dass sie mit Lügen, Halbwahrheiten und lächerlichen Zahlentricksereien manipuliert werden sollten.

Er musste dabei an eine Begegnung vor einem Monat denken. Er war mit Phönix in Hohwacht spazieren, es war ein klarer, kühler Apriltag. Auf einer windgeschützten Parkbank in der Sonne saß eine Frau um die 60, die mit ihrem Freund in die Frühlingssonne blinzelte. Reinhardt hatte das Pärchen einen Tag vorher gesehen, als er bei einem Spaziergang neben ihnen auf der Bank Platz genommen und ebenfalls in die Sonne geblinzelt hatte. Aber dieses Mal waren sie ins Gespräch gekommen, dank der offenen Art von Phönix passierte dies häufig mit fremden Menschen. Nachdem die Hündin ausgiebig gestreichelt worden war, erwies sich Ludmilla, so hatte sie sich vorgestellt, als erzählfreudiges Wesen. Sie redete in einer typisch osteuropäisch schnellen Deutschvariante unter Weglassung diverser Verben und anderer Kleinigkeiten ... ein vertrauter Klang, der seit dem Warschauer Kniefall von Willy Brandt zu den deutschen Tonbildern dazugehört.

„Du wissen musst, ich nicht verstehe, dass so viele Menschen Spektakel nicht erkennen. Machen Gedanken wieso“, fragte sich die dunkelhaarig angegraute Ludmilla mit Feuer in ihren braunen Augen und schaute Reichardt an. „Wieso?“. Was die drei Menschen an diesem sonnigen Apriltag bewegte, während im Hintergrund Nonnengänse, Löffelenten und Singschwäne eine kakofonische Frühlingssymphonie anstimmten, war die Frage, warum so viele Menschen auf die so einfach konstruierte Corona-Panikmache hereinfallen, dachte Reichardt. Und die Annahme absurdester Theorien wie die Gefahr, die von gesunden, ungeimpften Körpern ausgeht, auch bei gebildeten Menschen auf einen fruchtbaren Boden gefallen sind.

„Bildung, Studium? Pah!“, sagte Ludmilla und ihr schweigsamer Freund lächelte dazu, „Intelligenz und Intuition kannst du nicht studieren, das wird geboren“. Und dann erzählte sie die Geschichte ihrer Mutter, die als junges Mädchen von den Deutschen in einem Transport zusammen mit vielen Kameradinnen weggeschafft werden sollte. Sie hatte geahnt, dass etwas nicht stimmte und sie auf keinen Fall mit den anderen Lämmern mitgehen durfte. Zu einem Toilettengang hinter Stacheldraht hatte sie einen Stock in ihrem Mantel versteckt, mit dem sie dann den Draht verbiegen und fliehen konnte. „Soldat hat gemerkt und geschossen. Links und rechts von Mama Einschläge, aber nicht getroffen. Glaube, Soldat war guter Mann, hat extra daneben. Mama ist sicher, weil nicht weit entfernt“.

Ihre Mutter hat überlebt, weil ihre Intuition in Ordnung war, ist sich Ludmilla sicher. Und die funktioniert bei den meisten Menschen auf dieser Welt nicht mehr. „Das dritte oder auch innere Auge“, meldete sich Peter zu Wort, „spielt in vielen Weisheitslehren eine große Rolle. Manche nennen es schlicht Instinkt oder Bauchgefühl und manche bauen eine Philosophie dazu auf, die auf das Chakra der Intuition fußt“. Peter lächelte immer noch, beide saßen auf mitgebrachten Kissen, zwischen ihnen eine Packung mit Keksen und eine Thermoskanne. Reichhardt streichelte nachdenklich die Hündin. Er hatte sich über diese unverhoffte Begegnung mit der temperamentvollen Ludmilla und dem lächelnden Peter gefreut. Und sich erst später darüber gewundert, dass das inzwischen übliche Abschätzen, zu welcher Corona-Gruppe der andere gehört, praktisch weggefallen war. Instinktiv war allen schnell klar, dass keiner Teil dieses verheerenden Genexperimentes werden wollte. Dass man sich wehren muss. Wenn es auch schwerfällt und Jahre dauern kann. „Müssen essen vielleicht eine lange Zeit trockenes Brot“, so Ludmilla, „dafür aber gesund“.

Er verabschiedete sich und ging grübelnd weiter. All seine Prognosen und Hoffnungen, dass doch viele der Verantwortlichen in Presse und Politik aufwachen und den immensen Schaden in der Bevölkerung zumindest minimieren würden, hatte sich bisher als falsch erwiesen. Besonders geschockt war er über eine doppelseitige Jubelarie vom Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), die noch Anfang Januar 2023 die Genmanipulation am Menschen als Segen bezeichnete. Und die Kritiker mit einem kleinen Absatz am Schluss in die üblichen Ecken stellte, mit dem Hinweis, dass man über den medizinischen Fortschritt der mRNA-Technologie eine Menge Aufklärungsarbeit leisten müsse. Was für eine unfassbare Umkehr der Verhältnisse.

Während Anfang 2023 weltweit die katastrophalen Nebenwirkungen und Millionen Impf-Tote beklagt werden, lobt eine studierte Journalistin des RND in über 60 Tageszeitungen die wirkungslosen und gefährlichen Substanzen als Heilsbringer zur künftigen Bekämpfung zahlloser Krankheiten und träumt davon, dass schon Säuglinge damit behandelt werden könnten. Während das Nachbarland Dänemark das Impfen mit mRNA-Stoffen an Kindern und Jugendlichen verboten, also unter Strafe gestellt hat. Wie sollen solche Diskrepanzen ausgeräumt werden? Wie können Politiker, Ärzte, Richter und Journalisten jemals zugeben, dass sie Millionen von Menschen in Tod und Krankheit getrieben haben? Sie werden es niemals tun. Stattdessen machen sie weiter wie bisher und hoffen auf den Faktor Zeit. In ein paar Jahren, wenn die Tatsachen weltweit aus allen Löchern kriechen und niemand mehr das Gegenteil behaupten kann, dann wird sich keiner mehr an einzelne Akteure jener schlimmen Zeit erinnern, denken sie sicherlich. Oder? Und wenn, sie sind viele, sitzen in den entscheidenden Positionen und werden sich gegenseitig dabei helfen, ihre Rollen in diesem Horrorakt zu verschleiern. Reichardt gruselte es bei dem Gedanken. Ausnahmsweise ist es ein Glück, dachte er, dass das Netz keine einzige Zeile vergisst. Millionen Menschen alleine in Deutschland werden niemals vergessen, welches Leid ihnen zugefügt wurde. Aber es muss alles getan werden, damit das Vergessen nicht geschieht: Wir stehen so nahe an der Schwelle zu einer rot-grünen Diktatur, die ihre Ideologie, jegliche Realität ausblendend, zum Maß aller Dinge erklärt und die wahren Demokraten reflexartig verunglimpft und verfolgt. Wenn die Demokratie auf tönernen Füßen steht, dann kann sie von Ideologen mit einem Federstrich zu Fall gebracht werden. Alles im Namen der Demokratie natürlich, die ja mit allen Mitteln verteidigt werden muss. Und dann haben wir wieder eine Deutsche Demokratische Republik, nur viel größer als letztes Mal.

Reichardt lehnte sich an einen Baum, atmete tief durch und streichelte Phönix. „Das dürfen wir nicht zulassen, meine Stromerin, versprich mir das“. Warum nur, warum? Für Reichardt stand diese Frage von Anfang an im Raum. Warum sollte irgendjemand Interesse daran haben, das Volk so dermaßen zu entzweien und wirtschaftlich auszubluten. Und vor allem dieser gefährlichen Genmanipulation auszusetzen, dessen Folgen nicht ansatzweise einzuschätzen sind? Er fand darauf keine Antwort, konnte aber den in zahlreichen Diskussionen mit gleichsam impfkritischen Menschen geäußerten Verschwörungstheorien auch nichts abgewinnen. Obwohl sich vieles, was zu Anfang als rechtsnationale Schwurbelei verteufelt wurde, sich schon bald als Wahrheit herausstellte. Zum Beispiel das Märchen von dem Schutz vor Infektionen durch die Impfungen. Reichardt starrte auf den Bildschirm seines Laptops. Wie viele Mails hatte er geschrieben? An die Medien, an die Politiker aller Parteien, an Bürgermeister, Landräte und Minister? Eine Antwort hatte er nie enthalten, aber das war angesichts der hochemotionalen Verteufelung von Andersdenkenden nicht zu erwarten. Er hatte längst die Hoffnung aufgegeben, mit seinen Briefen direkt etwas verändern zu können. Er wollte aber, dass die Akteure dieser staatlichen Horrorhandlungen immer wieder daran erinnert werden, was sie sehenden Auges für ein Unheil heraufbeschwören.

Besonders schockiert war er darüber, dass das Quadrumvirat des Grauens aus Ärzten, Pharmaindustrie, Politik und Medien nicht vor Kindern und Jugendlichen halt machte. Und sich sogar diejenigen, die sich dem Schutz der wehrlosen Jugend verschrieben haben, stramm dem Glauben an die neue Impfreligion angeschlossen hatten. Wie der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein, der in einer Pressemitteilung das Vergiften der Jugend mit genmanipulierten Substanzen befürwortete. „Sehr geehrte Damen und Herren“, hatte Reichardt im Mai 2021 an den Vorstand des Kinderschutzbundes geschrieben, „mit großer Besorgnis habe ich gelesen, dass der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein die „Impfung“ von Kindern und Jugendlichen befürwortet. Dabei stützen Sie sich meiner Ansicht nach auf ein fragwürdiges Argument, wenn Sie mit dem Hinweis auf die psychischen Folgen hoffen, dass die sogenannte Schutzimpfung einen Ausweg biete. Nicht das Virus hat dafür gesorgt, dass die Kinder Masken tragen müssen, die sozialen Kontakte eingeschränkt und durch die „Schul- und KiTa Schließungen in ihrer Entwicklung weit zurückgeworfen werden“, wie Sie in Ihrer Pressemitteilung schreiben. Sondern der Staat, der diese Maßnahmen angeordnet hat. Wenn ein führender Virologe laut Kieler Nachrichten erwartet, „dass Kinder und Jugendliche an der Impfung ganz besonders interessiert sind, um aus der sozialen Isolation herauszukommen“, dann gibt er offen zu, dass Kinder nur durch Erpressung mit Aussicht auf mehr Freiheit zum Impfen gezwungen werden sollen. „Medizinische Gründe im engeren Sinn gibt es für eine Impfung dieser Gruppe allerdings kaum: Soviel man bisher wisse, seien Kinder bei Sars-CoV2 keine Pandemietreiber“, heißt es weiter dazu in dem Bericht der KN. Das bedeutet, dass Regierungen und Mediziner, die der Jugend die Freiheit genommen haben, ihr diese nur zurückgeben wollen, wenn sie sich impfen lassen ... obwohl die Kinder medizinisch davon keinen Nutzen, sondern nur Schaden haben. Wenn ein Arzt einer Mutter sagen würde, geben Sie Ihrem Kind dieses Medikament. Es ist zwar nicht notwendig und könnte ihrem Kind gesundheitlich sehr schaden, aber dann darf es wieder mit seinen Freunden spielen ... was würde diese Mutter dem Arzt wohl sagen?

Ich würde mich freuen, wenn Sie sich zu diesem Thema mit der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) vom 21. April 2021 beschäftigen würden, die ich Ihnen als Anhang beigefügt habe. Darin heißt es unter anderem, dass von den schätzungsweise 14 Millionen Kindern und Jugendlichen in Deutschland nur etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus (< 0,01%) behandelt werden mussten und 4 an ihrer Infektion verstarben (< 0.00002%). Und weiter: Dies sollte den Eltern die übergroßen Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern nehmen. „In der Saison 2018/19 wurden nach Angaben des RKI insgesamt 7461 Kinder unter 14 Jahren mit Influenza als hospitalisiert gemeldet, 9 Kinder 97 verstarben. Nach Angaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur lag im Jahr 2019 die Zahl der durch einen Verkehrsunfall getöteten Kinder bei 55, nach Angaben der DLRG die Zahl der ertrunkenen Kinder bei 25. Diese Zahlen sollen und dürfen keinesfalls gegeneinander aufgerechnet werden, mögen aber bei der Einordnung helfen. Die weiterhin bestehende extreme Seltenheit eines schweren oder gar tödlichen Verlaufes von SARS CoV-2 bei Kindern und Jugendlichen ist nicht geeignet, als Argument für Schul- und Kita Schließungen benutzt zu werden“, heißt es weiter dazu. Ich bitte Sie, diese Datenlage zu berücksichtigen und Ihre Stellungnahme zu überdenken. Der Kinderschutzbund Schleswig-Holstein mit seinen über 3000 Mitgliedern in 28 Orts- und Kreisverbänden ist eine gewichtige Stimme in diesen schwierigen Zeiten und sollte alles dafür tun, unseren Nachwuchs vor übereilten Handlungen zu schützen. Denn eines ist sicher: Niemand kann heute wissen, was diese Covid-19-mRNA-Injektionen als eine Art experimentelle Gentherapie mit unseren Kindern in naher oder ferner Zukunft macht. Mit freundlichen Grüßen, Jan-Josef Reichardt“.

Er las diesen Brief, auf den er auch keine Reaktion erhalten hatte, noch einmal durch und lehnte sich zurück. Phönix lag in ihrer Hunde-Ecke und gab ein leises Schnaufen von sich, was er mit einem amüsierten Lächeln zur Kenntnis nahm. Wie dankbar kann ich sein, dass ich dieses kleine Paradies hier habe, dachte er. Ich habe einen Garten, in dem ich die Lockdowns in frischer Luft ertragen kann. Ich habe eine Küche, in der ich mir die größten Leckereien zubereiten kann, nachdem ich diesen leidigen Masken-Einkauf im Supermarkt erledigt habe. Und ich kann auf dieses huldvoll gnädige Angebot unseres Landesvaters locker verzichten. Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen laut Ministerpräsident Daniel Günther „ab dem 17. Mai 2021 unter strengen Vorgaben landesweit Gaststätten auch in Innenräumen besuchen und in Hotels übernachten“, hatte er vor ein paar Tagen gelesen. Wie lächerlich. Er rief Phönix, holte die Leine aus dem Schrank und während die Hündin freudig johlend um ihn herumsprang, zog er sich seinen Mantel an. Gegenüber seines Hauses war ein Feldweg, den er für kurze Spaziergänge und zum körperlichen und geistigen Atemholen nutzte. Auf diesem Weg, der sich weit verzweigte und in das nächste Dorf führte, entwickelte er manchmal Ideen für neue Texte, die er dann zu Hause kurz skizzierte und später ausformulierte. Dabei war ihm der Gedanke gekommen, wie es im Winter 2017/18 gewesen wäre, wenn es diese unsäglichen und lächerlichen Tests schon gegeben hätte, auf denen die gesamte Katastrophe aufgebaut war. Er nahm sich vor, diese Szenerie in Worte zu fassen und an seine Kontakte zu schicken.

Inzwischen hatte er neben den Kieler Nachrichten das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) in seinen Verteiler aufgenommen. Das RND, das er nur als „Regierungsnachrichtendienst“ bezeichnete, beliefert über 60 Tageszeitungen mit Berichten, Kommentaren und kompletten Seiten zur aktuellen Politik und gehört zum Madsack-Konzern. Der wiederum, so hatte Reichardt erstaunt gelesen, wird von der SPD beeinflusst, obwohl sie mit ihrer Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) nur 23,1 Prozent der Anteile hält. Aber er wusste aus früheren Recherchen, dass die SPD sich auch bei kleineren Beteiligungen das Bestimmungsrecht für die Chefredakteure gesichert hat. Und die wiederum bestimmen dann, welchen Geistes die kleineren Lichter in der Redaktion sind. Das „Rote Imperium“, wie die Neue Zürcher Zeitung mal geschrieben hatte, mischt sich höchst effektiv in die Meinungsbildung der Zeitungen ein. Da verwundert es nicht, dass ein gewisser Olaf Scholz im Aufsichtsrat der DDVG sitzt. Grund genug für Reichardt, den Chefredakteur des RND mit in seine Überlegungen einzubeziehen. Gleich nach dem Spaziergang setzte er sich an sein Laptop und begann, den „Brief an die Fantasie“ zu schreiben. „Sehr geehrte Damen und Herren, als Journalist braucht man bekanntlich Fantasie. Gepaart mit gründlicher Recherche können aus dieser Kombination spannende und hilfreiche Geschichten entstehen, die die Gegenwart und die Zukunft beleuchten. Ich lade Sie ein, meiner Fantasie Nr.1 zu folgen, die sich ausnahmsweise aber nicht mit Gegenwart oder Zukunft, sondern mit Vergangenheit beschäftigt. Wir schreiben das Jahr 2017, es ist Herbst. Tiefdruckgebiete mit vielen Wolken, häufigen Niederschlägen und meist milder Luft prägen das Bild. Mitunter sorgen Tiefs für heftige Stürme oder Orkane, die große Schäden verursachen. Die Menschen haben aber andere Sorgen, als sich vor Regen und Wind wegzuducken, denn sie haben große Angst vor der Influenza. Täglich verfolgen sie in den Medien immer schrecklichere Zahlen über Neuinfektionen nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland. Sie lauschen den Worten eines bis dato der Öffentlichkeit unbekannten Professors der Berliner Charité, der in väterlich ruhiger Art die Wirkungsweise eines völlig neuartigen Alfa-Virus beschreibt, der eine Mutation der bekannten Influenza darstellt. Um die verheerenden Auswirkungen in Zahlen 100 ausdrücken zu können, hat dieser Professor einen bekannten Labortest umgedeutet und als PCR-Test zum Nachweis von Infektionen weltweit propagiert. Die Menschen wissen nicht, dass dieser Test nur Virenschnipsel erkennen kann und als Infektionsnachweis völlig untauglich ist. Aber sie vertrauen diesem Mann und dem Robert-Koch Institut(RKI), das erstmals so genannte Inzidenzwerte veröffentlicht, das sind Neuinfektionen auf die Einwohnerzahl von 100.000 hochgerechnet. Zu keiner Zeit werden die Zahlen in ein Verhältnis zur Anzahl der Tests und der getesteten Bevölkerungsgruppen gesetzt, sodass das RKI mit Neuinfektionen, die aber nur Testpositive sind, und Inzidenzen, die willkürlich errechnet werden, die Bevölkerung, die Medien und die Politik in heillose Panik versetzt.

Wie aus dem Nichts tauchen als Heilsbringer neuartige Gentherapien auf, die als Impfung verkauft werden und für ein baldiges Ende der Pandemie sorgen sollen. Die Menschen müssen Masken tragen, dürfen sich nicht mehr treffen, Geschäfte werden geschlossen, Kinder zu Hause eingesperrt, die Wirtschaft rauscht den Bach herunter und der Steuerzahler gibt unfassbare Summen für die Pharmaindustrie aus. Doch alles hat nichts genutzt. Am Ende zieht das RKI eine Bilanz des Schreckens: In der Saison 2017/2018 werden in Deutschland 25.100 Tote durch das neuartige Virus beklagt und die Krankenhäuser brechen unter der Last von 45.000 alfabedingten Einweisungen fast zusammen. Zehn Millionen Arztbesuche und 5,3 Millionen Krankmeldungen werden aufgrund der Alfa-Influenza gezählt.

Tja, so könnte es sich 2017/18 abgespielt haben. Hat es aber nicht. Nur die Zahlen sind keine Fantasie, sie können beim RKI nachgelesen werden. Doch damals waren sie der Presse und der Politik am Ende der Grippesaison nur ein paar kurze Meldungen wert. Warum? Die Erklärung ist einfach: Damals gab es keine PCR-Tests, keine Inzidenzen und deswegen keinen Maskenzwang und keine Lockdowns. Es gab die üblichen Impfkampagnen für die ältere Bevölkerung, eine normale Grippesaison also, aber mit einer laut RKI überdurchschnittlichen Anzahl von Toten.

Und jetzt meine Fantasie Teil 2. Was wäre Corona heute ohne PCR, Inzidenzen, Impfungen, Drosten, RKI und die Lauterbachs dieser Welt? Betrachtet man die nüchternen Zahlen, dann wäre es eine völlig normale Grippesaison mit einer Übersterblichkeit in gewohntem Rahmen. Allerdings ohne die verheerenden Schäden, die die Impfungen an einer gesunden Bevölkerung anrichten. Impfungen, deren tatsächliche Wirksamkeit und Schädlichkeit immer noch verschleiert, die aber jetzt und in Zukunft weiter für Tod und Krankheit sorgen werden. Und demnächst sogar bei kleinen Kindern zwischen fünf und elf Jahren.

Wann werden die Toten und Kranken gezählt, die skrupellose Geschäftsleute, Mediziner, Politiker und Journalisten zu verantworten haben? In einem Jahr, in fünf Jahren, in zehn Jahren? Wie viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen sterben oder unheilbar erkranken, bevor die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden? Zurück zur aktuellen Fantasie: Heute beschränkt sie sich fast nur auf die immer grotesker und lächerlicher werdenden Hasskampagnen gegen Menschen, die auf ihre Immunabwehr vertrauen und diese nicht durch eine gefährliche Gentherapie zerstören lassen wollen. Angeblich gefährden diese „Impfverweigerer“ ihre durch eine Impfung geschützten Mitmenschen ... eine in ihrer Logik völlig abstruse Behauptung.

Und zum Schluss meine Fantasie Nr. 3: Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) mit seinen über 60 Zeitungen fängt an, die Behauptungen von Pharmaindustrie, RKI und Politik kritisch zu hinterfragen. Es werden Statistiken über die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen der Impfungen veröffentlicht und die Bevölkerung über den Irrweg aufgeklärt. „Mit jeder Impfung erhöht sich das Risiko, unheilbar zu erkranken“, lautet das Fazit der Berichterstattung mit dem Appell an die Politiker: „Bitte stoppt diese selbstgemachte Katastrophe“.

Sehr geehrte Damen und Herren ... Sie haben es in der Hand, diesem Wahnsinn die Spitze zu nehmen und ihn vielleicht zu beenden. Wenn Sie sich dazu entschließen würden, Ihren journalistischen Auftrag wahrzunehmen und das zu machen, wofür Sie von Ihren Lesern bezahlt werden. Es dürfte schmerzlich sein, weil Sie auch das eigene Handeln kritisch beleuchten müssten. Aber irgendwann müssen Sie es sowieso, Sie kommen nicht daran vorbei. Warum nicht jetzt? Die Sachlage wird immer deutlicher, die Wahrheit kann nicht mehr lange verschwiegen werden. Und jeder Tag, den Sie verstreichen lassen, kostet unzähligen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ihre Gesundheit ... und vielleicht sogar ihr Leben.

Mit freundlichen Grüßen, Jan-Josef Reichardt“.

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Kapitel 31 Reichardt

Kaukasischer Trockenhaarschnitt

Als Reichardt an diesem Morgen aufwachte und schlaftrunken aus dem Fenster schaute, sank seine nicht vorhandene Laune noch weiter. Er blinzelte in graues, griesgrämiges Novemberwetter mit diesem feinperligen Ekelregen, der wie ein Angriff mit Millionen von Wassersprühflaschen keinen Zentimeter irgendeines Lebewesens trocken ließ. Seine zweite Annäherung an die größtmöglich schlechte Stimmung eines beginnenden Tages war der Blick in den Kühlschrank. Leer. Naja, nicht ganz leer. Da lagen die üblichen Verdächtigen herum, die er angebrochen hatte, um dann festzustellen, dass das Zeugs nicht schmeckt. Sie wurden nicht gleich entfernt, sondern brav eingepackt und in die hintersten Ecken verbannt. Eine Notfallration der Unessbaren, falls das Versorgungssystem Deutschlands über mehrere Tage komplett ausfallen würde. Was angesichts der genialen Antiwirtschaftspolitik der Ampel ja durchaus passieren könnte, dachte er.

Aber noch war es nicht soweit, noch konnte man in dem künftigen Entwicklungsland BRD frische Brötchen, Butter und Aufschnitt bekommen, um einen halbwegs vernünftigen Start in den Tag hinzulegen. Aber erst einmal kam die Stromerin an die Reihe, die schon hellwach und voller Zuversicht an der Haustür wartete. Kaltes Wasser ins Gesicht, Zähne putzen und dann hinaus in die feuchte Unbequemlichkeit. Nach einem kurzen, selbst für die Hündin wenig erquicklichen Spaziergang ging es zurück ins Haus.

Reichardt beschloss, ins nahe gelegene Lütjenburg zu fahren. Dort wollte er ein paar Einkäufe erledigen, unter anderem brauchte er unbedingt ein Mousepad. Irgendwie harmonierte seine Maus nicht mit der Oberfläche seines Schreibtisches, sodass es häufig zu sprunghaften „Ich-bin-dann-mal-weg Reaktionen“ des Zeigers kam. Das nervte. Das Wetter wurde nicht besser. Reichardt parkte an einem Einkaufszentrum, von dem aus er mehrere Läden erreichen konnte. Aber weit und breit war kein Mousepad zu bekommen. „Lütjenburg scheint eine mousepad-freie Zone zu sein“ meinte die Mitarbeiterin eines Kaufhauses schmunzelnd zu ihm. Einen Versuch wollte er noch machen, als er auf dem Weg in einen Ein-Euro-Shop bei einem Herren Friseur vorbeikam. Seine weiße Mähne war nur schwer in den Griff zu bekommen, da seine Stammfriseurin Urlaub hatte und ansonsten nur auf Termin zur Schere griff, was Reichardt ziemlich nervte. Vor Corona konnte er dort einfach so vorbeischauen. Wenn es passte, wurde er schnell „beschnitten“ oder er kam später nochmal vorbei. Irgendwie klappte es immer.

Seit Frau Merkel zu Beginn der Coronazeit aber davon ausging, dass sich die bösen Viren in den Haaren der Menschen befinden und beim Trockenschnitt auf den Friseur übergehen könnten, hat sich das geändert. Der schnelle Schnitt war passé, die Haare mussten im Salon gewaschen werden, um die Viren auszuspülen und unschädlich zu machen. Was Quatsch war, da sich Viren in Haaren kaum halten und schon gar nicht vermehren konnten, aber das war ja egal. Auf Sinn oder Unsinn wurden Coronamaßnahmen nicht überprüft, leider auch nicht auf die erheblichen Folgeschäden. Das staatlich verordnete Haarewaschen war da noch die harmloseste Variante der Staatsidiotie. Die Waschpflicht war zwar schon lange vorbei, in vielen Friseurläden galt sie aber immer noch. So auch bei Reichardts Stammhaarstylistin Leonie.

Durch das Schaufenster des Herren-Friseurs sah er, dass kein einziger der sechs blankgeputzten Arbeitsplätze besetzt war und nur drei offensichtlich gelangweilte Herren mit kaukasisch-arabischem Erscheinungsbild auf Kunden warteten. Eine unwirkliche Szene, wie in einem 15-Minuten-Film einer Video-Arbeitsgruppe eines deutschen Großstadt-Gymnasiums. Gähnende Langeweile als Kunstform, immer wieder gerne genommen. Reichardt stellte sich ein paar Scherzfragen, um die allgemeine Laune und die Verunsicherung etwas aufzubessern. Sollte er das langjährige Vertrauensverhältnis zu Leonie durch einen spontanen Besuch in einem kaukasisch-arabischen Friseursalon aufs Spiel setzen, der außerdem nur Männer bediente? Ist es nach dem Antidiskriminierungsgesetz überhaupt erlaubt, alle heteroweiblichen, lesbischen, schwulen, transsexuellen, queeren und intersexuellen Menschen aus einem Salon auszuschließen? Dass Frisierende nur Männer sind und das Gendern dadurch noch schwachsinniger ist als ohnehin schon? Er hatte mal gelesen, dass die meisten Barbershops Schwarzarbeit betreiben. Dazu kommt, dass viele Inhaber nach deutschem Recht eigentlich gar keinen Friseurladen führen dürfen, da sie weder einen Meister haben noch als Altgeselle eine Berechtigung dazu. Oder so ähnlich. Deutschland eben. Er war kurz am Überlegen, ob er die Herren mit diesen Fragen und Erkenntnissen konfrontieren sollte, entschied sich dann aber aus Zeitgründen dagegen. Stattdessen blickte er auf die Herren und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Dann sah er den Hinweis „Trockenhaarschnitt ohne Termine“ und trat ein.

Als die Türglocke erklang, erhob sich ein junger Mann um die 18 und ein älterer um die 45, ein älterer um die 65 blieb sitzen und beobachtete die Szene. Alle hatten raspelkurze Haare. Reichardt wurde auf einen der leeren Stühle gebeten, und der Jüngste im Raum legte ihm eine Halskrause an und befestigte einen Umhang. Dann trat der offensichtliche Meistercoiffeur in die Szene und fragte: „Wie soll?“ Reichardt erklärte, dass er die jetzige Frisur beibehalten wolle, nur eben alles ein bisschen kürzer. Er ahnte aber schon, dass dies ein frommer Wunsch bleiben werde. Als er eine Profi-Akku-Haarschneidemaschine der Marke Panasonic in Windeseile durch sein Haar pflügen sah, geführt von einem türkisch sprechenden Mann, der sich offensichtlich mit wichtigen Informationen an die beiden anderen wandte und darauf seine ganze Konzentration verwendete, wusste er, dass hier nichts nach seinen Vorstellungen lief.

Zwischendurch bekam er immer mal ein paar Informationen auf Deutsch wie „Bin jede Morgen 8 hier, musse immer arbeiten. So ist. Wegen Steuer und so. Musse einfach“. Die Aussprache erinnerte ihn an den ehemaligen Trainer von Bayern München, Pep Guardiola, der nach einem verlorenen Spiel aufgeregt in die Kamera sprach und einer vergebenen Torchance nachtrauerte: „Musse Müller machen, musse Müller machen, wie nur konnte er?“ Die Panasonic-Prozedur war schnell vorbei und wurde am Ende durch das Aufsprühen eines Haarwassers getoppt, das wie eine Mischung aus 4711 und Spiritus roch.

Am Ende war Reichardt froh, dass ihm ein paar Haare geblieben waren, und er verließ erleichtert den Laden. Das wird schnell wieder nachwachsen und dann wird Leonie es wieder richten, dachte er, zog die Kapuze seines Hoodies über sein Post-Friseur Trauma und hoffte, dass sich seine Kopfhaut wieder erholen werde, die sich durch das abschließende Frisieren mit maximalem Druck auf den Kamm etwas gereizt anfühlte. Inzwischen hatte Reichardts Magen die Kontrolle über sein Bewusstsein übernommen, und er wollte so schnell wie möglich ein paar belegte Brötchen, möglichst mit einem großen Becher Kaffee, zu sich nehmen. Er erinnerte sich, dass um ein paar Ecken ein Café sein musste und machte sich auf den Weg.

Er fand „Bertas Bistro“ in der Nähe seines Parkplatzes und trat mit einer kleinen Böe aus fiesem Fieselregen ein. Am Tresen stand eine Frau um die 50 mit blonden Haaren, es waren nur wenige Gäste da. „Was kann ich für Sie tun?“, fragte sie, bevor er sich überhaupt von der Fiesel-Böe erholt hatte. Er stutzte, suchte vergeblich nach belegten Brötchen, fand aber nur Kuchen in den Auslagen. „Ich hätte gerne einen Becher Kaffee und ein paar belegte Brötchen“, erklärte Reichardt und schaute sie fragend an. Sie lächelte: „Wird alles frisch gemacht. Gibt Salami, Kassler, Kochschinken, Lachs, Käse, Rührei und Räucherschinken“. Sie sagte das schnell mit leiser Stimme und leicht polnischem Akzent, sodass Reichardt nur die Hälfte verstand und nachfragen musste. „Gibt Salami..., Kassler..., Kochschinken..., Lachs..., Käse..., Rührei... und Räucherschinken“ wiederholte sie nun betont langsam, und er kam sich wie ein begriffsstutziger Greis in einer amerikanischen Sitcom der 90er Jahre vor. Er fragte sich, warum nicht einfach ein Schild mit den Angeboten am Tresen hängt. Das könnte ihr und den Kunden eine Menge ersparen. Er wählte Rührei und Kassler. „Sie können sich schon setzen, ich bringe es Ihnen an den Tisch“, erklärte sie, während sie den Kaffeebecher aus einer Pumpkanne füllte, was er mit etwas Befremden registrierte. Wie beim Roten Kreuz beim Blutspenden, dachte er und setzte sich an einen Tisch mit Blick auf die Straße, auf der sich immer noch ein paar Unentwegte durch den Niesel-Fiesel Regen kämpften.

Nachdem er ein bisschen zur Ruhe gekommen war und an seinem lauwarmen Kaffee nippte, fiel ihm auf, dass die Hintergrundmusik bei Berta eigentümlich war. Er hörte so etwas wie Weiß der Geier oder weiß er nicht, ich liebe dich mit den typisch stampfenden Rhythmen deutscher Schlagermusik im 4/4-Takt, damit man zu den drei bis vier Akkorden immer schön mitklatschen kann. Aber er war in einer Art Café. Da erwartet man ein bisschen Mozart, etwas Chillout-Musik a la Café del mar vielleicht, ein bisschen Pop, aber auf keinen Fall deutschen Schlager zum Mitsingen. Was zwei ältere Damen ein paar Tische weiter nicht so sahen. Reichardt hörte, wie sie textsicher nicht nur den Refrain, sondern auch die Strophen mitsangen. Er zog eine Augenbraue hoch und lächelte, als ein neuer Gast das Bistro betrat. Ihm stockte der Atem, sein Herz hüpfte im 4/4 Takt.

Die rote Frau. Sie schaute sich um, ihre Augen blieben kurz bei Reichardt hängen, wanderten weiter. Dann merkliche Verwunderung, sie blickte ihn erneut an, lächelte. Kam auf ihn zu. „Sieh mal einer an, wenn das man nicht der Mann mit der Stromerin ist. Was haben sie denn mit dir gemacht, ääähhhh, mit Ihnen natürlich. Ich kann ja verstehen, wenn man kein Geld für einen Friseur ausgeben will, aber so schlimm muss es ja nun wirklich nicht sein. Wo ist denn bloß ihre weiße Mähne geblieben? Haben Sie dafür jedenfalls einen guten Preis erzielt, die Zeiten sind hart, ich weiß“. Sie grinste über das ganze Gesicht, Reichardt konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Er stand auf, zeigte auf den Stuhl ihm gegenüber.

„Wollen Sie sich nicht setzen, dann erzähle ich Ihnen das ganze Drama, haarklein natürlich.“

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Die Handlung

Am Strand von Hohwacht stehen zwei Männer nebeneinander, die sich nicht kennen. Sie sind Junggesellen, gerade Rentner geworden und haben keinen Plan, wie ihr Leben weitergehen soll. Als plötzlich ein gewaltiger Knall die Erde erzittern lässt, verstehen beide dies als Zeichen, ihrem Leben eine neue Richtung zu geben (den Knall gab es wirklich, am 12. September 2019, ausgelöst durch den Einschlag eines Meteoriten in Norddeutschland). Der eine will sich aus seiner Einsamkeit befreien und besucht einen Single-Kursus. Hier entsteht die Idee, seine Vergangenheit und seine Zukunft in Briefen an einen fiktiven Jugendfreund in Romanform zu beschreiben.

Bis sich alles ändert… nicht nur wegen der Liebe.

Der andere Mann bricht nach seiner „Erweckung“ am Strand zu einer vermeintlichen Terror-Reise nach Deutschland auf. Er hat Angst, dass die Demokratie durch organisierte Kriminalität und Korruption gefährdet ist. Um seine Befürchtungen öffentlich zu machen, schießt er an politisch brisanten Orten mit einem Paintball-Gewehr auf Kriminelle in Maßanzügen und rechtfertigt diese Taten im Internet.

Bis sich alles ändert… nicht nur wegen der Liebe.

Im Herbst 2024 lernen sich die beiden Männer durch Zufall kennen und stellen erstaunt fest, dass ihre gemeinsame Geschichte fünf Jahre zuvor mit einem lauten Knall am Strand von Hohwacht begann.

Wintermund und Der Stille Graben – Prolog           Die Begegnung mit der roten Frau                         Alltag einer Eintagsfliege

Olaf T. (Mai 2025)

Dieses Buch ist eine wunderbare literarische Entdeckung, die auf ebenso unterhaltsame wie tiefgründige Weise zwei verschiedene Erzählstränge miteinander verwebt. Im Zentrum stehen zwei ältere Männer, die sich unabhängig voneinander aufmachen, ihr Leben zu verändern. Die beiden Perspektiven ergänzen sich perfekt: Während der eine Protagonist mit bissigem Witz und einer Prise Anarchie durch die Handlung marschiert, begegnet der andere der Welt mit philosophischer Tiefe. Das Buch ist ein Plädoyer für den Mut, sich einzumischen und sich zu ändern. Gleichzeitig ist es eine Liebeserklärung an das Leben, voller intelligenter Dialoge und feinsinnigem Humor.

Prof. Dr. Sucharit Bhakdi (August 2025)

Das Buch ist ungewöhnlich und tiefsinnig. Vielleicht kann ja die Romanform ein Nachdenken bei den Menschen bewirken, die wir mit Sachbüchern nicht erreichen.

Tina R. (März 2025)

Der Autor verbindet mit den jeweils wechselnden Perspektiven auf eine interessante, spannende und gleichzeitig oft wortwitzige Art fiktiven Romanstoff mit tatsächlich geschehenen Aspekten und Elementen aus einer Zeit, wie man sie vor ein paar Jahren noch in diesem Land nicht für möglich gehalten hätte… Der Switch zwischen der Erzählung aus der Gedankenwelt der beiden Protagonisten und der Beschreibung von tatsächlich vor Jahren erlebten Geschehnissen macht dieses Buch aus meiner Sicht besonders und lesenswert. Und auch, weil mir der spritzige Schreibstil des Autors gefällt, habe ich das Buch innerhalb von 3 Tagen durchgelesen. Von mir eine klare Empfehlung…

Jörg Steltzer Dezember 2024

Angefangen und konnte es nicht mehr weglegen. Es ist eine gute Mischung aus fröhlich und nachdenklich ohne in Kitsch zu verfallen. Meine Frau und ich lesen es zusammen. Ein Insider: Jeder liest eine Rolle. Unbedingt empfehlenswert. Bin froh, das Buch gefunden zu haben.

Dr. Roland Schoeffel (März 2025)

„Corona-Aufarbeitung in Romanform. In dem Roman von R.W. Barthelme schimmern reale Menschen, Beziehungen und Geschehnisse aus Schleswig-Holstein durch. Das macht seine Erzählung zu einem Zeitdokument, das eine Epoche charakterisiert, die gerade in der Vergangenheit verschwindet. Sie hat mich an meine eigenen Erlebnisse in der Jugend und an die Einmaligkeit einer vergehenden Zeit erinnert. Es geht um eine persönliche Liebesgeschichte, die kräftig von der Corona-Politik gestört wird. Der Roman trägt einen kurzweilig durch die Seiten und ist mit vielen witzigen Ereignissen garniert. Die Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit, Humor und Liebesgeschichte, macht dieses Buch zu einem Erlebnis, das ich jedem wärmstens empfehlen kann. “

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